15.1.17

Meine erste echte Seife - die 25er - Das hässliche Entlein

Datum: 08.01.2017

Ich habe soeben meine erste echte Seife gesiedet 😊

Es gibt ein Standardrezept, das besonders für Anfänger wie mich geeignet ist, um erstmal die Grundzüge zu lernen. Es nennt sich das 25er Rezept, weil 4 Öle/Fette gewählt werden, die zu je 25% in die Seife kommen. Ich wählte zwei feste Fette und zwei flüssige Öle für eine schön feste Seife. Die festen Fette sind Kokosöl (macht die Seife hart, sorgt für Schaum) und Kakaobutter (macht die Seife hart, schützt die Haut, schäumt nicht, kann bei einem hohen Anteil bei manchen Menschen austrocknend wirken). Als weiche Öle kamen Olivenöl (heilende, entzündungshemmende Wirkung, sorgt für milde Seife mit kleinporigem, dichtem Schaum) und Mandelöl (wirkt reizlindern, pflegend, schützend, ist besonders für trockne Haut geeignet, die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Es macht die Seife hart und schäumt nach längerer Lagerzeit) hinein.

Die umklammerten Anmerkungen zu den Eigenschaften der Öle und Fette habe ich dem Buch "Naturseife - das reine Vergnügen" von Claudia Kasper entnommen.

Das Rezept lautet also wie folgt:

25% Olivenöl
25% Kokosöl
25% Mandelöl
25% Kakaobutter
NaOH Lauge mit destilliertem Wasser (33% der Gesamtfettmenge (GFM)), 10% überfettet

Kostenpunkt für den Block von insgesamt 665g Gesamtzutaten (500g GFM): ca. 11 Euro

Den fertigen Seifenleim habe ich in ein aufgeschnittenes Tetrapack gefüllt, mit Frischhaltefolie abgedeckt, und mit alten Handtüchern umwickelt. Möge sie friedlich schlummern 😊

Ich habe mich aus Sicherheitsgründen nicht mit meinem Handy abgelenkt, somit sind vom Herstellungsprozess keine Fotos entstanden.

Die fertige Seife ist sehr schief geworden, wie aber zu erwarten war. Gestern habe ich angefangen, einen Seifenschneider zu bauen, der ist aber nicht fertig geworden. Also habe ich die Gitarrensaite um zwei Korken gewickelt und einfach auf einem Brett (mit Frischhaltefolie) durch die Seife gedrückt. Eine Gitarrensaite ist gerissen, die zweite hat durchgehalten, aber schön ist anders. Deshalb habe ich mir jetzt einen Drahtbügel bestellt :) Und werde das Holzgestell selbst noch fertig stellen. Außerdem hat sie eine recht krisselige Struktur erhalten. Vermutlich habe ich beim Mixen doch einige Luftblasen eingerührt. Daher entstand der Name: das hässliche Entlein. Denn eine wunderbar tolle Pflegebombe wird es nach der Reifung bestimmt trotzdem 😊





Anwaschbericht: Nach 3,5 Wochen fing ich an sie zu nutzen. Ich konnte mich einfach nicht mehr beherrschen 😁
Das ist ein tolles Seifchen geworden! Die schäumt schon vom Angucken! 😳  Und das ist so ein schlüpfriges Kerlchen, dass man sie wirklich immer mit Bedacht in die Seifenschale legen muss, sonst haut sie ab. Fühlt sich echt toll an, schön glatt. Sie ist mir vielleicht noch ein klein wenig zu austrocknend, aber eigentlich fühlen sich meine Hände gut an. Ist also vielleicht gerade so die Grenze. Ich nutze diese Seife jetzt auch auf Arbeit, also quasi fast bei jedem mal Händewaschen. Daher ist ein halbwegs zuverlässiges Urteil möglich 😉  Für jeden, der nicht so wahnsinnig trocknene Haut hat wie ich (also quasi fast für jeden) wird diese Seife schön pflegend sein!


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