19.2.17

1. farbige Seife - Plötzlich Prinzessin

Ich wollte mich endlich mal an Farbe versuchen. Meine letzten Versuche waren ja unglaublich schnell dick, sodass an umständliche sogenannte "Swirls" nicht zu denken gewesen wäre. Da bin ich sowieso noch nicht, aber die Konsistenz, um mich daran mal zu versuchen, wollte ich schon irgendwann mal raushaben. Also habe ich mich dahingehend besonders informiert, und ein Rezept von Petra aus dem seifen4um genommen, das sich wohl zum färben als besonders geeignet herausgestellt hat. Ich wollte mich langsam an höhere Überfettungen rantasten, also fing ich mit 20% Überfettung an.

Hier also das Rezept:
500g GFM
29% Olivenöl
29% Distelöl (normales, kein HO, mal schauen wie schnell das ranzt)
22% Kokosöl
16% Reisöl
4% Kakaobutter

25% destilliertes Wasser (reduziert, weil so viele flüssige Öle)
2TL Salz und 4 TL Zucker in der Laugenflüssigkeit (vor dem NaOH)
1 knapper TL lila Pigment
NaOH für 20% Überfettung

Kostenpunkt: ca. 5 Euro.

Ich habe das Wasser in ein Schraubglas abgemessen, Salz (gemörsert) und Zucker dazu und geschüttelt bis alles gelöst war. Dann kam das Wasser in den Messbecher und ich rührte die Lauge an und ließ sie im Zimmer abkühlen.

Ich schmolz die paar festen Fette und gab die Öle dazu. Das ganze hatte jetzt schon nur eine Temperatur von ca. 40 Grad, weil es ja so viele flüssige Öle, teils auf Zimmertemperatur und teils auf Kühlschranktemperatur waren. Also brachte ich die (ca. 68 Grad warme) Lauge doch wieder auf den Balkon zum auskühlen. Ich hatte Glück und beides war zur gleichen Zeit auf etwa 28 Grad *yay*.

Ich hatte mir vorher noch Petras YouTube Video zur richtigen Leimkonsistenz angesehen und festgestellt, dass man viel mehr mit dem Löffel rühren kann als ich das bisher getan habe. Ich dachte immer, das bringt nicht so richtig viel.

Also habe ich die Lauge durch das Sieb in die Fette gegeben und angefangen, mit dem Löffel zu rühren. Leider habe ich in Petras Video bei dem Löffeltest nicht wirklich einen Unterschied gesehen, zwischen den ersten Löffeltests und dem, als es wohl fertig war. Als ich das Gefühl hatte, eine Cremesuppe auf dem Löffel zu haben, hörte ich auf.

Vorher hatte ich in einem Teil der flüssigen Öle einen knappen Teelöffel lila Pigment eingerührt. Das ging auch ganz gut. In den Messbecher mit der Farbe kippte ich nun einen Teil des Seifenleims und rührte die Farbe unter. Es wurde ziemlich dunkel.

Ich hatte die Tage immer wieder überlegt, was für eine Färbung ich denn machen würde. Mein Favorit war die Tröpfchentechnik. Aber erstmal wollte ich es einfach mit möglichst wenig Hilfsmitteln. Ich hatte auch überlegt, den farbigen Teil in einen Spritzbeutel zu tun und dann in den Grundleim zu spritzen. Aber auch das war mir zu viel Ferkelei. Ich hatte dann letztendlich eigentlich vor, den bunten Leim aus einer gewissen Höhe einfach auf den Grundleim zu gießen, auf dass er einsinke, hoffentlich bis grob zur Mitte. Aber einer spontanen Eingebung folgend, goss ich den ungefärbten Leim auch noch in einen zweiten Messbecher. Ich stellte die Form schräg und goss die beiden Leime abwechselnd an der langen Kante entlang. Ich hoffte auf schöne feine Streifen. Dafür war der Leim aber vermutlich doch zu flüssig, ich hätte diesmal noch etwas länger pürieren können, aber ich hatte Angst wegen der Erfahrung der letzten Male ... die Streifen vermischten sich. In denke, wenn ich sie aufschneide, werde ich einfach nur komplett lila Seife haben. Ich bin gespannt ;)

Dann schob ich die Blockform in ihren Karton, legte eine Wärmflasche drauf, und deckte es wieder mit all meinen Handtüchern ab.

Angeblich, wenn sie gelt, kann man sie bereits nach 4 Stunden ausformen. Ich bin gespannt, 1. ob sie gelt, und 2. ob das stimmt ;) Ich schaue heute Abend mal nach.

Links: feste Fette. Rechts: flüssige Öle.

etwas lila Pigment in etwas Öl angerührt



schräg gestellte Blockform

In Streifen gegossen - alles vermischt

Form mit flüssiger Seife im Karton ...

... abgedeckt von einer Wärmflasche und ca. 15 Handtüchern

Die Seife wurde ewig nicht fest. Angeblich sollte man sie nach einer guten Gelphase nach 4 Stunden bereits ausformen können. Nach etwa 31 Stunden versuchte ich es einfach. Ich stellte fest, dass doch nicht alles lila geworden ist. Unter dem lila kam doch noch heller Leim zum Vorschein. Zu meiner Überraschung war der helle Leim auch steinhart, nur der lila Leim war noch weich. Ich bin gespannt, ob das noch härter wird, und woran das liegt. Das schneiden gestaltete sich als entsprechend schwierig. Ich wollte den Seifenschneider nicht vollschmieren, also wollte ich es nicht auf die weiche Seite legen. Mit der harten Seite nach unten kam der Draht aber nicht durch. Matthias hatte die super Idee, sie auf die Seite zu legen. Das ging schon besser. Am letzten Ende hing der Draht trotzdem immer fest, und wenn ich den Block seitlich gekippt habe, um den Draht bis unten durch zu kriegen, brach das Ende teilweise ab. Vermutlich muss ich den Schlitz im Seifenschneidergestell noch etwas tiefer sägen. Stempeln ging halbwegs, aber bei größeren Stempeln und mehr Druck brach die Seife, wenn ich den hellen/harten Teil gestempelt habe. Im weichen/lila Teil ging es besser.

Zum Namen: Erst kam sie so unscheinbar daher, ich dachte sie wäre einfach durch und durch lila, und dann packe ich sie aus und stelle fest, sie hat doch ihren Reiz. Und zickig ist sie auch noch. Eine perfekte plötzliche Prinzessin 😉





PS: Nachrechnen ergab, dass der weiße Teil nur ca. 15% und der lila Teil ca. 26% überfettet ist. Da ist es ja nur logisch, dass der länger brauchte zum fest werden. Mittlerweile (ca. ne Woche später) ist aber auch der ausreichend fest. Man kann ihn mittlerweile anfassen, aber wenn man will auch noch eindrücken. Aber es wird ;)













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