26.2.17

Petras Traumandel - My fair Lady

Heute war wieder Sonntag, und den konnte ich ja nicht verstreichen lassen, ohne eine Seife herzustellen. Außerdem hatte ich mir letzte Woche aus dem Baumarkt ein Rohr mitgebracht und abgesägt, und das wollte ich gerne ausprobieren. Ich kann mir vorstellen, dass mir runde Seifen besonders gut gefallen, dass sie besonders gut in der Hand liegen. Auch wollte ich wieder färben üben. Diesmal wählte ich grün. Und da grün so schön frisch aussieht, wollte ich auch ein paar frische Zitrusdüfte in der Seife versenken. Der Gedanke kam mir zwar erst, als ich die Armee ätherische Öle im Kühlschrank wahrnahm, aber da war es ja noch nicht zu spät. In die Berechnung des NaOH fließen die sowieso nicht mit ein.

Ich wollte wieder eins von Petras viel erprobten Rezepten nehmen. Eigentlich hatte ich Lust auf Olive 70Plus, aber ich hatte kein Stearin und hatte Angst, dass die Seife ohne nicht fest wird oder schleimt (beides soll Stearin verhindern). Also entschied ich mich kurzerhand für Petras Traumandel Rezept, weil ich da alles da hatte und das gut klang. Nicht zu schade um die Zutaten, falls es schief geht. Ich habe mit einem anderen Rezept geliebäugelt, in dem aber der Hauptteil aus Avocadoöl bestand, das war mir dann doch zu schade. Wenn ich geübter bin probiere ich das.

Das Rezept ist also:
GFM 500g
26% (130g) Kokosöl
20% (100g) Mandelöl
20% (100g) Olivenöl
18% (90g) Reiskeimöl
10% (50g) Traubenkernöl
6% (30g) Kakaobutter

25% (140g) destilliertes Wasser, darin 2TL Salz und 4 TL Zucker gelöst
20 Tropfen ätherisches Geraniumöl
40 Tropfen ätherisches Benzoe Siam Öl
40 Tropfen ätherisches Limettenöl
40 Tropfen ätherisches Citronellaöl
1/2 TL grünes Pigment
NaOH für 15% Überfettung

Kostenpunkt: ca. 10 Euro

Ich hatte von der lieben Trude Stein-Silikonformen zugeschickt bekommen (und verschiedene andere tolle Sachen *schwärm*! Ein Träumchen!), und die wollten eingeweiht werden. Da wollte ich also erstmal einfarbigen Leim reinfüllen (grün gestreifte Steine sehen vielleicht komisch aus). Genauso verfuhr ich mit meiner Nase. Ich wollte da ja endlich mal eine glatte Seife rauskriegen, um die nochmal abformen zu können. Der Salzteig war ja kaputt gegangen.

Also maß ich Öle und Fette ab, schmolz die Fette und gab beides zusammen. In den Ölen hatte ich einfach direkt die ätherischen Öle versenkt. Ich hatte letztens im 4um irgendwo gelesen, dass man damit einfach besser abschätzen kann, wie schnell der Leim andickt, und man dann keine plötzlichen bösen Überraschungen erlebt, wenn man das ätherische Öl zum Leim gibt.

Salz und Zucker hatte ich vorher schon im destillierten Wasser aufgelöst (wieder im Schraubglas geschüttelt, das geht echt gut!) und die Lauge hergestellt, die jetzt schön abkühlen konnte. Danach haben wir erstmal gemütlich gefrühstückt. Danach war die Lauge immernoch auf 40 Grad, also kam sie nochmal auf den Balkon. Sie war erstaunlich grisselig, da schwammen richtig Flocken rum. Ich vermute, ich habe die Knete vom Vortag, die ich darin angerührt hatte, nicht ordentlich abgewaschen. Ich hatte den Becher aber extra kurz vorher abgewaschen, komisch. Aber sonst habe ich die Lauge ja genauso hergestellt, wie letztes Mal, und da waren keine Grissel. Also kann es ja nichts anderes sein.

Den halben TL pigment rührte ich diesmal in etwas von dem destillierten Wasser, statt wie letztes Mal in Öl. Das ging auch super!

Als beides auf 26,nochwas abgekühlt war, gab ich die Lauge durch ein Sieb zu den Fetten und rührte brav mit dem Löffel los. Es war schon jetzt etwas dicker als letztes Mal. Die ätherischen Öle haben doch etwas angedickt, das merkte man schon am Fett selbst, bevor die Lauge dazu kam. Ich pürierte also nur ganz wenig, dass der Leim etwas heller wurde. Er war dann schon zwischen Cremesuppe und Pudding. Ich goss ihn in meine Seifengießkanne, goss ein bisschen davon in die Farbe, und füllte den ersten Stein mit dem Grundleim. Der sollte ja einfarbig bleiben. Die Nase wurde auch gleich gefüllt. dann rührte ich den farbigen Leim an und goss das ganze zurück in den Grundleim. Da rührte ich dann nur 1x quer mit dem Löffel durch (bloß nicht zu viel, dass sich die Farben nicht komplett mischen) und goss das dann in die Röhre, die ich vorher unten mit Folie abgeklebt und innen mit Folie ausgelegt hatte (dazu habe ich eine matte Klarsichtfolie aufgeschnitten). Der restliche Leim reichte noch für den 2. Stein (der wird nun wohl streifig) und den Totenkopf. Der Leim sah wieder ziemlich homogen gemischt aus, ich bin gespannt, ob man nachher tatsächlich Farbstreifen sehen kann.

Die Einzelformen stellte ich in einen kleinen Karton, legte da Pappe drauf und legte da die Wärmflasche drauf. Die Röhre musste ja hochkant stehen bleiben, also stellte ich sie in den aufrechten Holzrahmen meiner Blockform (passte glücklicherweise genau rein, vorher getestet natürlich), stellte den Rahmen direkt hinter den Karton, und deckte alles mit Handtüchern zu. Angeblich soll man die Seife, wenn sie gegelt hat, wiedermal nach 4 Stunden schon ausformen können. Ich bin gespannt, ob das heute klappt ;) Diesmal habe ich mit der Überfettung ja nicht so übertrieben.

Pigment in Wasser angerührt

Das Benzoe Siam öl macht lustige Tropfen im Öl

Grissel in der Lauge




Am Abend konnte ich schon ausformen. Das herausschieben der Seife aus dem Rohr gestaltete sich als etwas schwierig. Als ich an der Folie zog, kam die Folie raus, aber nicht die Seife. Also löste ich die Folie am einen Ende, die die Seife am auslaufen gehindert hatte, und drückte von dort. Die Seife war außen wieder von einer flüssigen Schicht überzogen. Ich habe das Gefühl, das ist normal. Beim schneiden tauchten leider ein paar farbige Löcher auf, aus denen brizzelnde Farbe austrat. Ich legte die Stücken erstmal hin, und nach zwei Tagen brizzelte auch nichts mehr. Glück gehabt.







Ein Herzchen :)




Zum Namen: es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen :)


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