25.6.17

Die Wüste Gobi

Heute wollte Matthias mal eine Seife sieden 😳 Ich war überrascht, aber glücklich! Er möchte sie seiner Tante zum Geburtstag schenken (sie liest ja vermutlich hier nicht mit, da kann ich das auch schreiben 😉).

Als nächstes auf meiner TODO-Liste stand "Ghost swirl". Googled das mal, sieht toll aus! Ich wollte es so einfach wie möglich gestalten, also einfach einen Leim machen, den teilen, dann einem Teil noch etwas Wasser zufügen und fertig. Zur Erstellung des Rezeptes guckte ich einfach, was für Fette/Öle noch da waren, und stellte sie nach Gefühl zusammen. Das Rezept war also folgendes:

500g GFM
25% (125g) Olivenöl
20% (100g) Babassuöl
10.4% (52g) Distelöl, ho.
10% (50g) Sonnenblumenöl, ho.
10% (50g) Sheabutter
9.6% (48g) Reiskeimöl
7% (35g) Kakaobutter
5% (25g) Rizinusöl
3% (15g) Jojobaöl

NaOH für 15% Überfettung
2 TL Salz
4 TL Zucker
6g ätherisches Atlaszedernöl
3g ätherisches Kiefernnadelöl
71.82g Wasser zum anrühren des NaOH (=NaOH * 1,2)
35.91g Wasser zur Zugabe zu einer Hälfte des fertigen Leims (=NaOH/2 * 1,2)

Für einen Ghost swirl braucht man ja zwei gleiche Leime, die aber eine unterschiedliche Menge an Wasser haben. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Einmal man macht zwei komplett unabhängige Leime, also setzt zwei Laugen mit gleicher NaOH Menge aber unterschiedlich viel Wasser an, rührt diese Lauge in die Hälfte aller Fette/Öle, emulgiert das, und kippt das in die Form. Oder man macht einfach Seife, teilt dann den Leim, und fügt dem einen Leim noch Wasser hinzu. Diese Variante war noch nicht getestet worden, aber da sie so viel einfacher klang, probierten wir das mal. Kann ja nur schief gehen :)

Matthias wog also alles ab und schmolz langsam die festen Fette. Dann rührte er langsam die Lauge an, dass sie sich nicht zu sehr erhitzt. Da sie dann dennoch auf 60 Grad war, warteten wir. Da es gerade ein recht warmer Sommer ist, hatten wir keine zu große Angst, dass die Fette zu weit abkühlen könnten. Am Ende waren sie auf 26 Grad und die Lauge auf 33 Grad, im Mittel also perfekt 😉  Matthias rührte und pürierte ein paar Mal. Dann sah es nach einer guten Konsistenz aus. Wir teilten den Leim und gaben der Hälfte das restliche Wasser dazu.

Der Leim wurde nun von Moment zu Moment immer fester. An gießen war so nichtmehr zu denken. Wir versuchten nun also, die beiden Leime nebeneinander in die Form zu kriegen. Wir wollten dann noch mit dem Stab etwas swirlen, aber der Leim mit dem geringeren Wasseranteil war mittlerweile so hart, dass die Löcher einfach stehen bleiben. Da floss nichts mehr. Also war uns das zu riskant. Matthias versuchte noch mit dem Silikonlöffel ein paar Berge auf die Seife zu zaubern, und dann erklärten wir das ganze für fertig.

Normalerweise empfinde ich das anschubsen der Gelphase im Ofen als Energieverschwendung, aber bei dieser Seife hatte ich Angst, dass die beiden Hälften sonst auseinander brechen könnten. Also stellten wir sie für eine Stunde bei 50 Grad in den Ofen, und ließen sie dann nochmal eine gute halbe Stunde im geschlossenen, noch warmen Ofen ruhen. Dann kam sie wieder in ihr Handtuchbett. Möge sie friedlich schlummern und kuschelig gelen!

Am nächsten Tag konnte ausgeformt werden. Die Hälfte mit mehr Wasser war noch recht weich, die andere Hälfte aber schon recht hart. Aus Angst, sie später nicht mehr schneiden zu können, riskierten wir es, und es ging dann doch erstaunlich gut.

Die zwei Hälften fühlen sich leider unterschiedlicher an, als sie aussehen. Man kann eine Linie in der Mitte erkennen, aber mehr auch nicht. Schade. Das muss nochmal probiert werden! Dennoch ist es sonst bestimmt eine ganz tolle Seife! Davon bin ich überzeugt!



















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